Normen

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Bei unserer Entwicklung setzen wir auf gesetzliche Vorgaben

Weltweit können Richtlinien und Normen zu neuen Fortschritten bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz führen. Im Zuge der Weiterentwicklung von Technologien und deren Auswirkungen auf Arbeitsplatz und Lebensstil werden auch Sicherheitsstandards fortwährend weiterentwickelt, um die Sichtbarkeit und somit auch die Sicherheit der Menschen in Beruf und Privatleben zu erhöhen.

Für eine sichtbar sicherere Welt arbeiten unsere Experten weltweit mit Universitäten, Verbänden, Normungsgremien und anderen Einrichtungen zusammen. Wissenschaftliche Konzepte untermauern unsere gesamte Arbeit und wir ziehen auch Studien zur Bewertung menschlicher Faktoren heran, um unsere Produkte entsprechend zu prüfen und so unseren Beitrag zur Optimierung globaler Sicherheitsstandards beizutragen.

  • Giovanna Longo

    „Jemand hatte einmal berichtet, dass unsere Produkte höchstwahrscheinlich sein Leben gerettet haben. Er war gerade auf seinem Fahrrad unterwegs, als ein Auto vor ihm scharf abbremste. Der Fahrer hatte ihn wohl aufgrund seines reflektierenden Helmes rechtzeitig erkennen können. Das ist der Grund, warum ich meine Arbeit liebe.“

    Giovanna Longo, Normung und Behördenwesen
    Arbeitet seit 2000 an den ISO-Standards für Scotchlite™ Produkte

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ISO EN 20471 für Warnschutzkleidung: Prüfverfahren und Anforderungen​ ​

Die ISO 20471 definiert die Anforderungen an Kleidungsstücke, die die Sichtbarkeit von Personen verbessern, die dem Verkehr oder beweglichen Teilen von mechanisierten Geräten ausgesetzt sind. Wissenschaftlich gesehen erhöht ein Kleidungsstück nach ISO 20471 die Auffälligkeit des Trägers, was bedeutet, dass das „Objekt eine Mindestgröße aufweisen, einen ausreichenden Kontrast zur Hintergrundumgebung schaffen und die Erkennung einer Fußgängerpräsenz ermöglichen muss“.

ISO 20471 kann als die Summe der Mindestanforderungen an die Menge an hoch sichtbarem Material (Fluoreszierend für Tageslicht, retroreflektierend für die Nacht, 3 Leistungsklassen abhängig von der Menge), Design und Leistung des sichtbaren Materials gelesen werden.

Bekleidungsklasse​
Die Mindestmenge an gut sichtbarem Material in m² gemäß Tabelle 1 der ISO 20471:


  • Fluoreszierendes Material:
    Klasse 3: 0,80 | Klasse 2: 0,50 | Klasse 1: 0,14
  • Retroreflektierendes Material:
    Klasse 3: 0,20 | Klasse 2: 0,13 | Klasse 1: 0,10
  • Kombiniertes Material:
    Klasse 3: - | Klasse 2: - | Klasse 1: 0,20

Die Materialmenge sollte auf die kleinste verfügbare Kleidungsgröße berechnet werden, wobei das Kleidungsstück flach auf dem Tisch liegt. Kombiniertes Material kann anstelle von fluoreszierendem und retroreflektierendem Material verwendet werden.

Gestaltungsanforderungen​
Es gibt gleich mehrere Anforderungen an das Design nach §4.2 der ISO 20471. Diese sind die wichtigsten:​


  • Das Hintergrundmaterial muss den Oberkörper und gegebenenfalls die Ärmel und Hosenbeine umschließen
  • Die Bänder aus retroreflektierendem Material sollten nicht weniger als 50 mm breit sein
  • Drei Designmöglichkeiten für Jacken, Westen, Hemden und Mäntel
  • Horizontale Streifen können eine Maximalneigung von bis zu 20% aufweisen
  • Der Abstand zwischen zwei Bändern muss mindestens 50 mm betragen​
  • Lücken in den horizontalen Streifen sind für Nähte und Befestigungen zulässig. Sie dürfen nicht breiter als je 50 mm und insgesamt nicht größer als 100 mm für den Oberkörper und 50 mm für Ärmel und Hosenbeine sein.

Jackengrafik

Anforderungen an das Hintergrundmaterial​

Drei Farben sind erlaubt: fluoreszierend rot-orange, fluoreszierend gelb und fluoreszierend rot. Die Farben sind durch den Leuchtdichtefaktor und die Farbtabelle gut definiert (Tabelle 2 der ISO 20471). Es gibt mehrere Anforderungen an fluoreszierende Materialien, wie z. B. UV-Beständigkeit (durchgeführt mit einem Xenontest), Farbechtheit nach Schweißbildung, Waschen, chemische Reinigung, Heißpressung und minimale Zugfestigkeit, Verformbarkeit, Atmungsaktivität und viele weitere mehr.

​Anforderungen an das retroflektierende Material​

Das retroreflektierende Material muss die Anforderungen der Tabelle 4 (bekannt als die Tabelle 330) erfüllen. Wenn es sich um ein kombiniertes Material handelt, muss es wesentlich geringere retroreflektierende Anforderungen erfüllen, wie in Tabelle 5 dargestellt. Aus diesem Grund sind kombinierte Hochleistungsmaterialien nur für Bekleidung der Klasse 1 zulässig, die ein niedrigeres Schutzniveau bieten.

Darüber hinaus müssen die reflektierenden Materialien den Anforderungen an Abriebfestigkeit, Flexibilität, Waschbarkeit sowie für den Einsatz bei Temperaturschwankungen und Regen erfüllen. Die Waschmethoden hängen von der Verwendung des Produktes ab und können chemische Reinigungen sowie Haushalts- oder Industriewäschen beinhalten. Nach Abschluss all dieser Tests muss das retroreflektierende Material noch einen Mindestrückstrahlwert in der Winkelkombination (Betrachtungswinkel 0,2°, Einfallswinkel 5°) aufweisen. Dies ist bei retroreflektierenden und kombinierten Materialien unterschiedlich. ​

Diese Norm befindet sich immer noch in der Entwicklungsphase. Sie wird letztendlich die beiden Normen EN 1150 und EN 13356 ergänzen. Der wesentliche Unterschied zu den gegenwärtigen Sichtbarkeitsnormen wird sein, dass sie freistellt, ob die Kleidung zum Schutz bei Tag oder zu Nachtzeiten eingesetzt werden soll (zurzeit schreiben die ISO 20471 und EN 1150 jedem Schutzkleidungsstück einen entsprechenden Schutz sowohl zu Nacht- als auch zu Tageszeiten vor). Ein weiteres Merkmal wird sein, dass sie mittlere Risikosituationen abdecken wird, wie beim Arbeiten in der Industrie (zum Beispiel mit sich langsam bewegenden Fahrzeugen), beim Joggen auf Straßen mit mäßigen Verkehrsgeschwindigkeiten oder beim Radfahren. Wann diese Norm letztendlich veröffentlich wird, steht noch nicht fest.​

Die Norm EN 1150 fordert, dass Warnkleidung sicherstellen muss, dass der Träger für motorisierte Verkehrsteilnehmer bei allen Wetter- und Lichtverhältnissen deutlich erkennbar ist. Um dies zu gewährleisten, muss die Kleidung aus einer Kombination aus fluoreszierendem Material für die Tagessichtbarkeit und Reflexmaterialien für die Erkennbarkeit bei Nacht und anderen schlechten Lichtverhältnissen bestehen. Die Norm setzt minimale Anforderungen an Gestaltung und Funktionalität und bezieht sich ausschließlich auf den nicht professionellen Gebrauch. Die Gestaltungsanforderungen sind niedriger als in der ISO EN 20471, wobei der Anteil der gut sichtbaren Materialien geringer ausfällt, die Anzahl der erlaubten fluoreszierender Farben dagegen höher.​

Diese Norm wird für leichtreflektierende, frei hängende oder lose Zubehörteile verwendet, die für den nicht professionellen Gebrauch bestimmt sind. Dies sind Teile, die vorübergehend angebracht werden und sich auch leicht von Kleidung oder Träger wieder entfernen lassen. Typische Artikel wären hier Armbänder sowie lose hängende Schildchen, Etiketten oder Anhänger. Herstellern und Käufern dieses Zubehörs wird angeraten, nur Produkte herzustellen oder zu erwerben, die dieser Norm entsprechen.

Die Norm EN 469 regelt die Anforderungen an Bekleidungen für Brandbekämpfungseinsätze. Dabei enthält sie sowohl Gestaltungsanforderungen als auch thermische und mechanische Materialbestimmungen wie Hitzeübertragung, Flammenausbreitung und Zugfestigkeit.​
Ebenfalls stellt die Norm Anforderungen an die Sichtbarkeit der Feuerwehreinsatzkleidung und führt diese detailliert in §6.14 und Anhang B in der Anlage auf. Die Verwendung von Reflexmaterial ist nicht zwingend und seine Einarbeitung in die Bekleidung ist von der Risikobewertung abhängig. Sollte Reflexmaterial verwendet werden, müssen die folgenden Kriterien erfüllt werden.

Minimale Materialmenge
Das verwendete Reflexmaterial muss eine Rundum-Sichtbarkeit gewährleisten, indem es die Arme, Beine und Körperregion der Kleidung umgibt. Die Mindestmenge des verwendeten Materials berechnet sich wie folgt:


  • Fluoreszierendes Material: 0,20 m²
  • Retroreflektierendes Material: 0,13 m²

Anforderungen an das fluoreszierende Material
Nach ISO 20471 sind die Farben nach Tabelle 2 und ihrem Leuchtdichtefaktor fest definiert.

Anforderungen an das retroreflektierende Material
Das retroreflektierende Material muss wie in Tabelle 4 der ISO 20471 beschaffen sein.​
Kombinierte Hochleistungsmaterialien brauchen nur geringeren Anforderungen an die Retroreflexion zu genügen, wie in Tabelle 5 der ISO 20471 dargestellt.

Die retroreflektierenden Materialien müssen ebenfalls den Hitze- und Flammenausbreitungstest bestehen:

Flammenausbreitungstest
Dieser Test wird entsprechend ISO 15025, Verfahren A, an allen Materialien durchgeführt, die in der Feuerwehrbekleidung zum Einsatz kommen. Dabei wird das Material mit einer offenen Flamme in Kontakt gebracht. Es darf sich weder entzünden noch verschmorte Partikel abwerfen, noch darf es nachflammen, nachglühen oder gar Löcher aufweisen. ​

Hitzebeständigkeitstest
Hierzu wird das Material gemäß ISO 17493 bei 180 C° für fünf Minuten in einen Ofen gelegt. Es sollte dabei nicht tropfen, sich entzünden, schmelzen oder um mehr als 5% schrumpfen. Danach muss das retroreflektierende Material noch immer einen entsprechenden Mindestrückstrahlwert aufweisen.

Diese Norm regelt die Leistungsanforderung an Feuerwehrbekleidung für die Brandbekämpfung im freien Gelände. Sie soll vermeiden, dass der Träger bei der Bekämpfung von Waldbränden unter der Schutzkleidung größere Wärmestauungen erfährt. Dazu schreibt sie vor, dass die Kleidung sowohl leicht als auch effektiv sein muss. Ferner muss sie mindestens 0,13 m² retroreflektierendes Material oder zumindest 0,2 m² kombiniertes Material aufweisen.

Diese Norm stellt die Leistungsanforderung an Schutzkleidung zu Zwecken der technischen Rettung. Dies umfasst langandauernde Arbeiten bei Verkehrskollisionen oder Einstürzen. Die Norm umfasst das Design der allgemeinen Kleidung, die Mindestleistungsanforderungen an die verwendeten Materialien, die zur Bestimmung dieser Leistungsanforderungen anzuwendenden Prüfverfahren sowie die vom Hersteller zu liefernden Kennzeichnungen und Informationen. Die Sichtbarkeitsanforderungen sind denen der ISO EN 20471 sehr ähnlich.​

Diese Norm legt die Mindestsicherheitsanforderungen und Prüfverfahren für Schutzkleidung einschließlich Hauben, Schürzen, Stülpärmeln und Gamaschen fest, die zum Schutz des Körpers beim Schweißen und verwandten Prozessen mit ähnlichem Risiko ausgelegt sind. Diese Norm deckt nicht die Schutzanforderungen für Füße, Hände oder Gesicht einschließlich des Augenschutzes ab. Leitlinien für die Auswahl der Art der Schweißerbekleidung für verschiedene Schweißarbeiten sind in Anhang A aufgeführt.​

Diese Norm definiert die Leistungsanforderungen an Schutzkleidung, die dazu bestimmt ist, den Körper des Trägers (außer Hände und Füße) vor Hitze und/oder Flammen zu schützen. Sie gilt für Bekleidungen, die für ein breites Spektrum von Endanwendungen getragen werden können, so auch wenn Schutzkleidung mit begrenzten Flammenausbreitungseigenschaften erforderlich ist oder der Träger strahlender oder konvektiver Hitze oder Metallsplittern ausgesetzt sein kann.

Diese Norm legt die Leistungsanforderungen für die begrenzten Flammenausbreitungseigenschaften von Materialien, Materialzusammenstellungen und Schutzkleidung fest, um die Inbrandsetzungsgefahr der Kleidung zu verringern. Der Träger soll vor gelegentlichem und kurzem Kontakt mit kleinen Flammen geschützt sein. Wenn neben dem Hitzeschutz auch der Schutz vor begrenzter Entflammbarkeit erforderlich ist, sind Normen wie ISO 11612 allerdings besser geeignet.

Diese Norm befähigt Textilhersteller dazu, ihre Stoffe und Kleidungsstücke auf Widerstandfähigkeit gegenüber industriellen Wasch- und Trocknungsprozesse zu testen. Da ein strenges Testen während des Reinigens in einer industriellen Reinigungsanlage nicht praktikabel ist, hilft diese Regelung dabei, die Materialien mithilfe spezieller Zwischengeräte zu testen. Die Tests können in einer Laborumgebung unter anspruchsvollen und standardisierten Bedingungen auf Dimensionsstabilität, Farbechtheit, Knitterneigung, Nahtkräuselung, Knötchenbildung und generelle visuelle Aspekte geprüft werden. ​

Diese Norm wird angewandt, um die Leistung und Qualität von Textilien bei häuslichen Reinigungs- und Trocknungsverfahren zu testen. Die geprüften Eigenschaften umfassen Glätte des Stoffs, Einlaufen, Fleckentfernung, Wasserfestigkeit, Wasserabweisung und Farbechtheit. Dabei bezieht sich diese Richtlinie nicht auf die Stoffe, sondern auch auf Kleidung generell, Haushaltswaren und andere textile Produkte. Sowohl die Wasch- und Trocknungsmaschinen als auch die Waschmittel werden entsprechend der Länder ausgesucht, in denen die Textilien zum Einsatz kommen. ​

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