1. Nicht alle Gefahren beim Schweißen sind offensichtlich

  • Nicht alle Gefahren beim Schweißen sind offensichtlich

    Schweißer spüren das sofort, wenn sie ihren Augenschutz vergessen haben. Doch die beim Schweißen auftretenden Rauchgase sind wesentlich gefährlicher und heimtückischer, denn die verschiedenen, durch sie hervorgerufenen Krankheiten werden erst nach vielen Wochen, Monaten oder sogar Jahren spürbar.

    Wie viele Gramm Rachpartikel atmen Sie jedes Jahr ein?

    Schweißrauche enthalten Metalle und deren Oxide sowie möglicherweise Fluoride in Form sehr feiner lungengängiger Partikel. Diese können von allgemeinen Atembeschwerden (Eisen/Eisenoxid) über Schweisserfieber (Zinkoxid) bis hin zu Krebs (Chrom, Nickel) unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Die Gase können zu Reizungen und Schädigung der Lunge, bis hin zu Lungenödem bei NOx, führen.

    Ein ungeschützter Schweißer kann eine Menge an Partikeln einatmen. Unter normalen Arbeitsbedingungen beträgt das eingeatmete Luftvolumen etwa 20 Liter pro Minute. Im Lauf eines Arbeitsjahres (100%) atmet ein Schweisser etwa 2‘300m3 Luft ein. Bei Arbeitsbedingungen mit 5mg/m3 Schweisspartikeln in der Atemluft, nimmt ein Schweißer 11 Gramm Partikel pro Jahr auf. Um Schweißer zu schützen, definieren die Arbeitsschutzgesetzte in jedem Land Grenzwerte für bestimmte Rauchschadstoffe (engl. Occupational Exposure Limits, OELs). Leider führen diese oberen Grenzwerte dazu, dass ein normaler Schweißer immer noch erheblichen Kontamination ausgesetzt ist.

    Wo kommt der Schadstoff vor?

    Für unterschiedliche Materialien und Anwendungen gibt es spezifische Schweißverfahren, wobei neben dem Rauch jeweils charakteristische Gefahrstoffe beachtet werden müssen, hier einige Beispiele:

    • MIG/MAG: Rauchentwicklung meist Eisenoxide, Zinkoxid
    • WIG: Ozon (beim Aluminium-Schweißen) , radioaktives Thorium aus der W-Elektrode
    • Gasschweißen, Flammwärmen: Rauche und/oder Stickoxide
    • Brennschneiden: Rauche (Metalloxide)
    • Flammspritzen: Metalle wie Nickel, Chrom im Rauch, Stickoxide
    • Plasmaschneiden: Metalloxid-Rauche, abhängig von Werkstoff, Ozon
    • Lichtbogenhandschweißen: abhängig vom Elektrodenmaterial, z.B. NaOH, CaO, Fluoride, Eisen- und Chromoxide, Zersetzungsprodukte aus Stabhülle und Anstrichen.

     

    Persönliche Schutzausrüstungen bieten optimale Sicherheit

    In allen Arbeitsräumen ist grundsätzlich eine gute Be- und Entlüftung erforderlich. Schweißrauch wird normalerweise durch Entlüftung und Absauganlagen direkt an der Entstehungsstelle entfernt. Doch der Einsatz dieser Ausrüstungen für einen korrekten Schutz kann kompliziert und zeitraubend sein. Alle Absaugevorrichtungen entfernen leider auch die teuren Schutzgase, so dass der Schweisser dazu neigt, die Entlüftung herunterzuregeln.

    Tipps & Tricks vom Profi

    Wir möchten Sie daran erinnern, dass der Anwender für die Auswahl seiner persönlichen Schutzausrüstung verantwortlich ist und dabei immer sicher stellen muss, dass diese für seine Arbeitsumgebung geeignet ist.

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