Der MINT-Kampf

Der Kampf um den wissenschaftlichen Nachwuchs in den MINT-Fächern

Auch wenn die meisten Erwachsenen eine Ausbildung in den MINT-Fächern befürworten, überlassen sie dies der nächsten Generation

  • Bildung ist die Quelle zahlreicher großartiger Entdeckungen und nirgends ist das offensichtlicher als bei den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Dennoch sind sich viele Menschen nicht bewusst, welchen Einfluss Naturwissenschaft auf ihr alltägliches Leben hat. Ohne das Wissen um ihre Bedeutung kann aber keine wissenschaftliche Neugier geweckt werden. Fehlt diese Neugier, sinkt die Innovationskraft. Wenn wir zu sorglos mit der wissenschaftlichen Ausbildung umgehen, kann dies zu einer negativen Kettenreaktion führen.

    In der Tat verstehen weltweit 27 Prozent der Erwachsenen nicht, warum sie Verständnis für Naturwissenschaft aufbringen sollen. In Schwellenländern wie China (45 Prozent), Indien (44 Prozent), Saudi-Arabien (38 Prozent) und Mexiko (31 Prozent) ist diese Einschätzung sogar noch stärker verbreitet. Befragt man Erwachsene jedoch, ob für sie eine MINT-Ausbildung ihrer Kinder von Interesse ist, dann ändert sich die Einstellung.

 
  • Eltern sind schnell bereit, ihre eigenen Fähigkeiten zurückzustellen, nicht aber die Chancen ihrer Kinder. Fast alle Eltern (92 Prozent) möchten, dass ihre Kinder mehr von Naturwissenschaft verstehen. In Nordamerika (USA und Kanada) steigt dieser Prozentsatz auf satte 96 Prozent an. Und selbst 82 Prozent der Menschen auf der ganzen Welt würden ihre Kinder dazu ermutigen, eine wissenschaftliche Karriere zu verfolgen. Es scheint klar: Der Druck, die Naturwissenschaften voranzubringen, lastet auf der nächsten Generation.

    Naturwissenschaft ist kein eindimensionales Studiengebiet. Die MINT-Fächer schulen, über das Fachwissen und die Anwendung von Formeln und Prozessen hinaus, das analytische Denken. In den letzten Jahren haben Lehrer, Unternehmen und sogar Prominente immer wieder stärkere Investitionen in die MINT-Bildung gefordert, damit Studenten in ihrem späteren Leben wettbewerbsfähig bleiben. Wenn man den langfristigen Erfolg des naturwissenschaftlichen Unterrichts erhöhen möchte, muss die Ausbildung früh beginnen und kontinuierlich fortgeführt werden.

    Nahezu ein Viertel der Studienanfänger wählt heutzutage Betriebswirtschaft als Studienfach – etwa dreimal so viel wie Chemie oder ein anderes naturwissenschaftliches Fach. Dies ist keine Überraschung, wenn man bedenkt, wie häufig die Medien über erfolgreiche Karrieren in der Wirtschaft berichten. Schalten Sie den Fernseher ein und Sie werden unzählige Sendungen über Unternehmertum oder Aktienanlagen finden; Geschichten über naturwissenschaftliche Disziplinen sind dagegen eher selten.

 
  • Das geringe Interesse an Naturwissenschaften kann außerdem der Auffassung geschuldet sein, dass traditionelle wissenschaftliche Karrieren nicht befriedigend seien. Oder die jungen Menschen denken, man müsse ein Genie sein, um im Bereich der Naturwissenschaften erfolgreich zu sein. Die meisten Errungenschaften sind weitgehend unbekannt. Nur größere wissenschaftliche Durchbrüche wie etwa in der Weltraumforschung und bei der Solarenergie finden breite Beachtung.

  • Das Interesse an Studienfächern von Männern im Vergleich zu Frauen

    Karrieren im Ingenieurwesen und in der Medizin finden ein moderates Interesse (beide bei 17 Prozent). Bei genauerem Blick in die Daten zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Frauen sind eher als Männer an Medizin (20 Prozent vs. 14 Prozent) und Biowissenschaften (15 Prozent vs. 10 Prozent) interessiert – Gebiete, in denen bislang der männliche Anteil überwog. Der Grund: anregende Veranstaltungen wie etwa der Girls‘ Day zielen auf ein weibliches Publikum ab. Dies erleichtert Mädchen, Vorbilder zu finden, an denen sie sich bei ihrer Karriereentscheidung orientieren können.

    Jedes Jahr veranstaltet 3M deshalb wissenschaftliche Nachwuchswettbewerbe. So arbeiten Schüler der 5. - 8. Klasse bei der „Young Scientists Challenge“ in den USA daran, wie die größten Herausforderungen der Welt mit naturwissenschaftlichem Denken gelöst werden können. „Nichts inspiriert mich mehr, als zu sehen, wie die nächste Generation junger Wissenschaftler ihr Talent und ihre Kreativität einsetzt, um gesellschaftliche Fragen zu beantworten“, so Jayshree Seth, Corporate Scientist und Chief Science Advocate (CSA) bei 3M.

    Diese Art des projektbezogenen Lernens bietet den Schülern die Möglichkeit, mehr über das zu erfahren, was Naturwissenschaft leisten kann. Das ist deshalb wichtig, weil Schüler am besten von einer naturwissenschaftlichen Karriere überzeugt werden können, wenn ihnen deutlich gemacht wird, wie Naturwissenschaft die Welt verbessern kann – das gaben 33 Prozent der Befragten an.

 
  • Um die MINT-Fächer für eine junge Zielgruppe spannender und eine wissenschaftliche Karriere attraktiver zu gestalten, gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn man Schülern Karrierechancen aufzeigt und ein Mentorenprogramm ermöglicht (31 Prozent bzw. 29 Prozent), entscheiden sie sich eher für eine Karriere in der Naturwissenschaft. Gestandene Wissenschaftler können Kindern ihre einzigartigen Berufe näherbringen und so das Interesse an einer wissenschaftlichen Ausbildung wecken. MINT hat einen so großen Einfluss auf unser ganzes Leben, dass sich alle Schüler der vielen Möglichkeiten von Naturwissenschaft bewusst sein sollten.

    Das Sprichwort: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, scheint sich hier zu bewahrheiten. Denn das Interesse und die Begeisterung für Naturwissenschaft muss nicht nur in der Schule gefördert werden, sondern auch zuhause und in der breiten Öffentlichkeit.


 

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